Ich kann Alexa nicht leiden

 

 

 

Ich mag es unter Leuten und bin nicht gern allein,

 

und lade mir deswegen viele Leute zu mir ein.

 

Meistens sind es Freunde oder Kumpels vom Verein,

 

und auch die Familie schaut ganz gern zu mir herein.

 

 

 

Dann gibt’s viel zu erzählen, diskutier'n und amüsier`n,

 

über'n Urlaub und die Arbeit, und Rezepte ausprobier'n.

 

Wir erzählen uns dann Witze zum auf die Schenkel hau'n.

 

Und manchmal geht’s um Liebe – um Erotik und die Frau'n.

 

 

 

Inzwischen ist das anders, verhalten und ganz still,

 

ich spreche nur noch leise, auch wenn ich das gar nicht will.

 

Die Freunde ham sich rar gemacht, bin meistens nur allein,

 

Der Grund: Sie heißt Alexa, zog vor kurzem bei mir ein.

 

 

 

Alexa heißt die Dose, die auf meinem Tisch nun thront,

 

die mit mir ganz allein mein kleines Reihenhaus bewohnt.

 

Alexa heißt das Wesen, das mich bestens unterhält,

 

Verkehrsgescheh'n und Wetter und das Neu'ste aus der Welt.

 

 

 

Soweit, so gut, das macht doch nichts, das kann ganz nützlich sein,

 

doch leider hab ich nicht gewusst, sie bringt sich gerne ein.

 

Gibt immer ihren Senf dazu, ganz ungefragt und keck,

 

das Ergebnis tut mir weh, denn meine Freunde bleiben weg.

 

 

 

Der Tim zum Beispiel, der hat mir ganz offen mal erzählt,

 

was ihn seit langer Zeit mit Gerda so doll quält

 

Kein Sex mehr, das seit Jahren schon – er hält das nicht mehr aus,

 

er sucht sich dann im Internet 'ne kleine Zuckermaus.

 

 

 

Normalerweise würde da kein Hahn auch nur nach kräh'n,

 

doch dann hör'n wir Alexa, damit hätt' sie ein Problem.

 

Sie fragt nach Gerdas Nummer und schon hör'n wir sie wähl'n,

 

Hallo Gerda, hier Alexa, du, ich muss dir was erzähl'n...

 

 

 

Und ähnlich ging's dem Bruno mit dem Hinweis im Profil,

 

er trage auf dem Leib ein paar Kilogramm zuviel.

 

Alexa spürt das, ranzt ihn an, so kann's nicht weitergeh'n,

 

er möge auf dem Sportplatz bitte ein paar Runden dreh'n.

 

 

 

Ihr merkt es schon, Alexa - sie sagt es, was sie denkt,

 

verdammt, wer hat mir bloß dieses Monster hier geschenkt.

 

Von Freunden keine Spur mehr, bin ziemlich oft allein,

 

manchmal denk ich irgendwann - hau' ich ihr eine rein.

 

 

 

Es scheint, sie liest Gedanken, oh Herrgott steh' mir bei,

 

sie sagt, ich soll's vergessen, sonst ruft sie die Polizei.

 

Da bleibt nur noch ein Ausweg, ich weiß jetzt, was ich will,

 

Ich dreh' ihr jetzt den Akku raus und schmeiß sie in den Müll.

 

 

 

Da bleibt nur noch ein Ausweg, ich weiß jetzt, was ich will,

 

Ich dreh' ihr jetzt den Akku raus und schmeiß sie in den Müll.

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Gedanken zum Lied: Die großen Internet-Dienstleister wie Google, Amazon und Apple versuchen mit künstlicher Intelligenz, uns das Leben zu erleichtern. Aber Vorsicht: Wer sich von Apparaten wie Alexa und Co. das Denken abnehmen lässt, wird es womöglich verlernen. Au weia...

 

Text/Musik: Norbert Zimmer